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Die Stadtbahn Jerusalem

19/08/2012

Grafiti un Jerusalem
Traum…

Heute vor einem Jahr wurde die erste, 13,8 km lange Teilstrecke der Stadtbahn Jerusalem dem Betrieb übergeben. In einem ebenso langen wie instruktiven Artikel des Tages zeichnet Wikipedia.de heute die ganze Baugeschichte nach, von den ersten Ideen, die noch im 19. Jahrhundert auftauchten (!) über einen kurzlebigen Versuch 1918 über Planung und Bau mit allen damit verbundenen Problemen; technischen, politischen, juristischen und sogar archäologischen. Es folgen eine ausführliche Streckenbeschreibung und Informationen zum Betrieb, der Sicherheit, den Fahrzeugen und ein eigener Abschnitt über die kontroverse Calatrava-Brücke oder Weisse Harfe, dann natürlich noch der Blick in die Zukunft. Das Projekt ist bis jetzt ja nur zum kleinsten Teil umgesetzt. Der ersten, noch wesentlich zu verlängernden Teilstrecke soll eine zweite Linie folgen, die West-Ost-Linie. Ob wohl auch bei der Ausführung dieser neuen Teilpläne so viel „Sand im Getriebe“ die Vollendung verzögert? Bis jetzt sind seit den ersten Arbeiten fast 17 Jahre verstrichen.


… und Alptraum

Hatte der damalige Bürgermeister Olmert 1995 gemeint, in fünf Jahren könnte er die Strecken im Zentrum einweihen, mussten die Einwohner Jerusalems und der Agglomeration lange Jahre sich durch ein unglaubliches Bauchaos durchwurschteln – und müssen es heute noch. Die Stadtbahn ist zwar ein angenehmes Verkehrsmittel, aber der meiste Verkehr wird doch noch immer durch Busse bewältigt, und diese wurden in hoffnungslos überfüllte Nebenstrassen abrgedrängt. Die Streckenführung der Busse wechselt häufig aufgrund von Forderungen der Anwohner, nichts ist auf nichts abgestimmt, und damit man sich nicht chalila trotzdem zurechtfindet, wechseln auch die Busnummern und die Plätze der Haltestellen. Es steht zu vermuten, dass der schöne Brauch der Verschiebung von Eröffnungsfeierlichkeiten weiterhin gepflegt wird – die Eröffnung des jetzigen Teilstückes wurde viermal verschoben, nicht um Wochen, um Jahre, weil immer wieder Finanzengpässe, Fehlplanungen, schlechte Koordination, Sicherheitsprobleme und Werweisswasnoch die Arbeiten verzögerten. Die Bürger von Jerusalem haben jetzt ausser der Klagemauer und dem Steuerbüro noch eine Gelegenheit zum Weinen, und wir, die wir optimistischen Gemütes sind, hoffen, wenn Lilas Quarta einmal als frischgebackene Rentnerin ihren Enkeln die Heilige Stadt zeige, könne sie die Hauptstrecken schon mit der Stadtbahn zurücklegen.

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From → Alltag, Jerusalem

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